queerconnexion

qualitätsstandards

 

Voraussetzungen für queere Bildungsarbeit

  • Es existiert ein verschriftlichtes Arbeitskonzept, dessen Inhalte den Teamenden vermittelt wurden.
  • Es finden zweiwöchige Teamtreffen statt.
  • Regelmäßige Vernetzungstreffen Austausch mit anderen queer-feministischen Bildungsvereinen finden statt.
  • Einmal im Jahr findet die Generalversammlung statt und ein Koordinationsteam wird gewählt.

Voraussetzungen für einen Workshop (Rahmenbedingungen)

  • Bei der Vorbereitung gibt es eine feste Ansprechperson für die Schule (bzw. die Jugendeinrichtung, den Sportverein, …). Dies ist entweder die Terminkoordination oder eine teamende Person des Projekts.
  • Es findet vor dem Workshop ein Austausch zwischen der_die Hauptverantwortliche_n und der_die Pädagog_in der Jugendgruppe oder Schulklasse statt.
  • Die_der Pädagog_innen wird angehalten, die Teilnehmenden im Vorfeld des Workshops über das Thema zu informieren.
  • Die Mindestdauer eines Workshops mit Jugendlichen beträgt 3 (Schul-)stunden.
  • Pro Workshop gibt es mindestens zwei Teamende, die eine möglichst große Vielfalt an sexuellen und romantischen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten repräsentieren.
  • Am Beginn eines Workshops werden Gesprächsvereinbarungen thematisiert.
  • Ein Feedback der Teilnehmenden zum Workshop wird eingeholt.
  • findet im Anschluss an den Workshop eine anonymisierte Rückmeldung über den Verlauf des Workshops an die pädagogische Leitung statt.
  • Nach jedem Workshop gibt es eine Reflexion in den Workshopteams. Es erfolgt eine Rückmeldung an das Team.
  • Die Anzahl und Art der Workshops sowie Anfragen seitens der Schulen und anderen Einrichtungen werden in einer Statistik erfasst.
  • Es wird nach dem Workshop ein Protokoll erstellt.

Voraussetzung der Teamer_innen / Qualifizierung

  • Es wird unter den Teamenden eine möglichst breite Vielfalt an sexuellen und romantischen Orientierungen und geschlechtlichen Identitäten angestrebt.
  • Es gibt eine Hospitationsphase für neue Teamende. In dieser Phase übernehmen die Teamenden keine konzeptionelle oder pädagogische Verantwortung. Die Hospitationsphase dient dazu, sich mit der Arbeitsweise der Projekte vertraut zu machen. Die Anzahl an Hospitationen muss zwischen den Beteiligten geklärt werden.
  • Während der Hospitationsphase und darüber hinaus gibt es Qualifizierungsmaßnahmen, in denen grundlegende Inhalte, Didaktik, Methoden etc. vermittelt werden.
  • Fachliche und methodisch-didaktische Schulungen und Fortbildungen erfolgen im Team.
  • Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz werden getroffen.
  • Teamende in den Workshops können und wollen ihre Identitäten und Erfahrungen reflektiert einbringen.
  • Teamende kennen ihre Grenzen, sind auf ggf. schwierige Situationen in Workshops vorbereitet und tauschen sich darüber untereinander aus.
  • Es wird eine möglichst vielfältige Zusammensetzung des Teams auch in Bezug auf andere Differenzmerkmale angestrebt.
  • Teamenden werden dabei unterstützt an anderen Fortbildungen teilzunehmen.

Inhalt

  • Vermittlung von Wissen über lesbische, schwule, bisexuelle, trans, inter*, asexuelle und queere Lebenswirklichkeiten.
  • Ziele der Workshops sind Informationsvermittlung, Stärkung der Handlungsfähigkeit gegen Diskriminierung, Reflexion und Abbau von Stereotypen und Vorurteilen, Empowerment durch wertschätzenden, gleichberechtigten Umgang mit verschiedenen Identitäten und Lebensweisen.
  • Es wird angeregt, Zuschreibungen anhand der sexuellen und romantischen Orientierung und geschlechtlichen Identität altersangemessen zu hinterfragen und zu dekonstruieren.
  • Durch Methoden erfolgt die altersangemessene Reflexion von binären Geschlechter- und Rollenverständnissen sowie von Diskriminierung und Privilegierung z.B. aufgrund der geschlechtlichen Identität, der (intergeschlechtlichen) Geschlechtsmerkmale und der sexuellen und romantischen Orientierung.
  • Es handelt sich in erster Linie um Akzeptanz- und Antidiskriminierungsarbeit. Bei Fragen zur Sexualität werden diese sachlich, altersangemessen und zielgruppengerecht beantwortet.
  • In den Workshops wird autobiografisch gearbeitet, das heißt, die Teamenden machen ihre sexuelle und romantische Orientierung und Geschlechtsidentität transparent und stehen für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung.
  • Es wird auf lesbische, schwule, bisexuelle, trans, inter*, asexuelle und queere Beratungs- und Ansprechstellen verwiesen und/oder Infomaterial herausgegeben.
  • Thematisierung von Mehrfachzugehörigkeit, unterschiedlichen Familienmodellen, Menschenrechten, internationalen Perspektiven und Rassismus.

Methodik / Didaktik

  • Gesprächsregeln werden mit den Teilnehmenden vereinbart. Verschwiegenheit und eine tolerante Gesprächsatmosphäre werden von den Teamenden zugesichert.
  • Die aktive Beteiligung der Teilnehmenden ist freiwillig. Jede Person bringt sich nach eigenem Ermessen ein.
  • Die Workshops sind kein Frontalunterricht. Die Teamenden bemühen sich um eine Begegnung auf Augenhöhe (Statusgleichheit). Die Teamenden bieten das „Du“ an. Der Raum wird für unterschiedliche Settings genutzt.
  • Die Workshops werden auf die Teilnehmenden abgestimmt und prozessorientiert konzipiert sowie durchgeführt. Die Fragen der Teilnehmenden stehen im Mittelpunkt.

Das heißt, es wird auf Bedarfe, Konflikte und Interessen der Teilnehmenden eingegangen und auf diese flexibel reagiert.

  • Teilnehmenden werden keine Identitäten nach sexueller und romantischer Orientierung, Nation, Herkunft, Religion, äußerlichen Merkmalen und Geschlecht zugeschrieben.
  • Es gibt eine Methodenauswahl, die sich an der Altersgruppe und an den Schwerpunkten des Workshops orientiert. Die Methoden werden im Gespräch mit den Teilnehmenden reflektiert.
  • Die Methodenauswahl spiegelt die oben genannten Ziele wider und integriert autobiografisches Arbeiten (autobiografisches Erzählen).
  • Die Teilnehmenden bekommen die Möglichkeit, in Form einer offenen Frage- oder Diskussionsrunde oder anonym, auf Kärtchen, Fragen zu stellen.
  • Bei der Methode des autobiografischen Erzählens machen die Teamenden deutlich, dass ihre persönlichen Erfahrungen nicht verallgemeinerbar sind.
  • Ein Outing von Teilnehmenden ist nicht das Ziel des Workshops. Wenn Personen sich dennoch outen, werden im Anschluss Hilfestellungen angeboten (bspw. Beratungsmöglichkeiten und lesbische, schwule, bisexuelle, trans, inter*, asexuelle und queere Jugendzentren und Jugendgruppen).

Wenn Teilnehmende geoutet sind, stehen weiterhin die Biografien der Teamenden im Mittelpunkt.

  • Die Aussagen von Teilnehmenden werden jederzeit respektvoll behandelt, auch bei kritischen Fragen oder Vorurteilen. Die Aussagen der Teilnehmenden werden nicht bewertet, sondern im Gespräch zur Diskussion gestellt. Gleichzeitig werden menschenverachtende Äußerungen als solche kenntlich gemacht.
  • Die Teamenden achten auf eine geschlechtersensible und diskriminierungsarme Sprache. Es wird auf die Freiwilligkeit der Workshops im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht verwiesen.
  • Es wird den Teilnehmenden ermöglicht den Raum zu jederzeit zu verlassen.

UND JETZT?!

Hilf mit was zu ändern!

Du bist lesbisch, bisexuell, pansexuell, schwul, ohne label, trans*, inter*, genderqueer? Schwarz, of color, weiß, mit oder ohne Migrationshintergrund?

Wir freuen uns über jede_n! Hauptsache du hast Lust auf ein gemeinsames Arbeiten zu LGBTIQA* Themen, und/oder Spaß am Austausch mit einem tollen Team. Melde einfach per E-Mail dein Interesse an: info@queerconnexion.at